Ein Wochenende leben und arbeiten wie die Berufsfeuerwehr...

…unter diesem Motto veranstaltete die Feuerwehr Bötzow am letzten Wochenende (17.08. – 19.08.2012)
eine Veranstaltung für unsere Jugendfeuerwehr.

Die Kinder und Jugendlichen wurden in mehrere Gruppen eingeteilt, die abhängig von ihrer “Schicht” Dienst hatten, Freizeit, Dienstsport oder anderen Tätigkeiten nachgingen.

Am Freitag startete die Veranstaltung gegen 15:00 Uhr. Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr brachten ihr Schlafzeug, Wechselkleidung usw. zur Wache mit, denn wie auch bei der Berufsfeuerwehr verbrachten die Angehörigen die gesamte Zeit in der Wache.
So wurden dann die Schlafplätze hergerichtet und die Ausrüstung kontrolliert.
Ab 18:00 wurde gemeinsam das Abendessen vorbereitet, so dass gegen 19:00 Uhr das Essen eingenommen werden konnte.

Danach wurde dann der Küchendienst durchgeführt, welcher durch einen Alarm unterbrochen wurde.

Der erste Einsatz der Kameraden führte zu einem Landwirtschaftsbetrieb, wo eine Person unter eine Arbeitsmaschine gekommen war und sich nicht selbst befreien konnte.

Mit Hilfe von Lufthebern konnte das Maschinenteil angehoben und der Verletzt darunter befreit werden….

…siehe Bilder unten

Nach dem erfolgreichen Abarbeiten dieses Einsatzes ging es wieder zurück in die Wache.
Doch die Ruhe sollte nicht lange anhalten, der nächste Einsatz kam dann auch schon.

In einem Industriebetrieb hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst.

Die dienst habende Gruppe musste sich um im Betrieb befindliche Mitarbeiter kümmern und die Ursache für die Auslösung der BMA suchen…

Nachdem auch dieser Einsatz abgearbeitet wurde, trafen sich die Kameraden am Lagerfeuer, um gemütlich Stockbrot zuzubereiten.

So richtig zur Ruhe kamen die Kameradinnen und Kameraden allerdings nicht, denn es gab schon wieder einen Alarm.
Diesmal brannte im alten Sägewerk ein Holzstapel, der gelöscht werden wollte…

Nach dem Eintreffen am Einsatzort wurde eine Lageerkundung durchgeführt, Schläuche ausgerollt und die Wasserverbindung aufgebaut.
Danach konnte das Feuer mit vereinten Kräften gelöscht werden…

Nach diesem anstrengenden Einsatz wurde dann in der Wache die Nachtruhe eingeläutet.
Die Kameraden waren nach so vielen Einsätzen schon ganz schön geschafft und konnten wohl auch ganz gut schlafen.
Dies allerdings nur, bis der nächste Alarm sie aus den Betten schreckte….

Verschlafen und etwas durcheinander erhielten sie das Alarmstichwort “Verkehrsunfall mit Verletzten”

Die Fahrzeuge wurden besetzt, als dann noch vor dem Ausrücken ein Einsatzabbruch kam.
Leicht angesäuert verschwanden die Kameradinnen und Kameraden wieder im Bett….wie im richtigen Feuerwehralltag mussten sie in kurzer Zeit “von null auf hundert” sein, um dann doch nicht gebraucht zu werden…

So ging dann der erste, sehr anstrengende Tag zu Ende….

Nach dem Aufstehen und einem Frühstück wurde der Dienst am 18.8 begonnen.
Der erste Einsatz dieses Tages ließ nicht sehr lange auf sich warten…

Jemand hatte Müllcontainer auf die Straße geschoben, sich so einen üblen Scherz erlaubt… Die Feuerwehr musste ausrücken, um alles wieder in Ordnung zu bringen und die Gefahr zu beseitigen…

Wieder in der Wache zurück, musste wenig später schon wieder ein Einsatz die Ruhe stören.

Diesmal war ein Waldarbeiter verunglückt und unter einem Baum eingeklemmt.

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte musste zuerst einmal der Wald durchsucht werden, da der genaue Unfallort nicht bekannt war.
Nach Auffinden des Verletzten wurde Dieser von den auf ihm liegenden Baumteilen befreit und die Erstversorgung durchgeführt.

Danach konnte der Verunfallte dann mittels Schaufeltrage aus dem Waldstück getragen und dem Rettungsdienst übergeben werden…

Nachdem auch dieser anstrengende Einsatz abgearbeitet wurde, war es Zeit für eine Wasserschlacht auf dem Wachengelände.
Auf Grund der Hitze war es eine angenehme Abkühlung und hat allen Beteiligten viel Spass bereitet.

Nachdem man nach der Wasserschlacht wieder getrocknet war, kam dann auch der nächste Einsatz…

Als Alarmstichwort wurde Tierrettung genannt, ein Tier befand sich auf einem Baum und kam nicht allein herunter…

An der Einsatzstelle staunten die Kameraden nicht schlecht, denn es war nicht wie eigentlich immer eine Katze, die da verängstigt auf dem Baum saß, nein es hatte sich ein entflohener Affe auf dem Baum nieder gelassen, der dann durch unsere Jugendkameraden gerettet werden musste…

Kaum in der Wache wieder eingetroffen und eine Stärkung zu sich genommen, sollte der für diesen Tag schwierigste Einsatz folgen.

Ein Brand in einer Lagerhalle mit vermisster Person, so das Einsatzstichwort.

Nach einer ersten Lageerkundung wurde die Wasserversorgung für die Löscharbeiten vorbereitet, als plötzlich ein Lagerarbeiter durch die Tür gestolpert kam und im Türrahmen zusammen brach. Unser Statist hat diese Rolle sehr eindrucksvoll gespielt und somit unter den Jugendlichen doch für einige Unruhe und Verunsicherung gesorgt.

Somit war dann plötzliches Umdenken gefordert. Der Verletzte wurde aus dem Gefahrenbereich gebraucht und versorgt. Parallel dazu wurde der Löschangriff durchgeführt.
Ein Trupp rüstete sich mit Pressluftatmern (angedeutet) aus und betrat die Lagerhalle, wie sie es in der Ausbildung vorher lernten.

Da wir die Halle aus Sicherheitsgründen nicht vernebelt haben, bekam der Anriffstrupp Fluchthauben verkehrt herum aufgesetzt, um die schlechte Sicht in einem Brandraum anzudeuten.
In der stockdunklen Halle musste der Angriffstrupp dann eine vermisste Person suchen.
Die Betreuer die sich währenddessen in der Halle aufhielten hatten sichtlich Spass daran, “unbekannte” Geräusche zu erzeugen… Ob die Angriffstrupps ebenfalls solchen Spass hatten….?

Nach diesem anstrengenden Tag sollte der Abend dann am Lagerfeuer ohne weiteren Einsatz ausklingen.
Die Anstrengung der vergangenen Tage war einigen Kameradinnen und Kameraden der Jugendfeuerwehr ins Gesicht geschrieben. So war es dann auch mal ohne Folgeeinsatz schön, einfach nur am Feuer zu sitzen und sich über das Erlebte auszutauschen…

In der anschließenden Nachtruhe konnte die Jugendgruppe mal ohne Nachteinsatz durch schlafen.
Am nächsten Morgen wurden dann nach einem ausgiebigen Frühstück die Schlafplätze wieder zurück gebaut und die allgemeine Abreise angetreten.

An Hand von Aussagen aller Beteiligten war dieses Wochenende für alle sehr informativ und interessant, aber auch sehr anstrengend. Trotzdem wird so ein Wochenende wieder gewünscht und sicherlich auch mal wieder durchgeführt…

Bilder und Text – HLM C. Nettling